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Claude Chabrol »Blutige Hochzeit«

Sprachen/Ton:

DE/FR
Untertitel:
DE
Laufzeit:
96 Minuten
Bild 4:3
Region Pal/2

Dieser Film des jüngst verstorbenen begnadeten französischen Regisseurs Claude Chabrol aus dem Jahre 1972 befasst sich mit der fatalen Liebesgeschichte zwischen Pierre Maury (Michel Piccoli) und Lucienne (Stéphane Audran).

Lucienne ist die Ehefrau des Kleinstadtbürgermeisters Paul (Claude Piépu), der sie einst trotz eines unehelichen Kindes von einem anderen Mann, geheiratet hat. Zwischen Paul und Lucienne scheint es keine intimen Beziehungen mehr zu geben. Paul ist ausschließlich an seiner Karriere und an den materiellen Vorteilen, die ihm sein Amt bringen, interessiert.

Lucienne geht mit dem verheirateten Paul eine sexuelle Beziehung ein. Paul ist ähnlich wie sie sexuell ausgehungert, denn seine Ehefrau ist hochgradig depressiv und hat sich dem Leben schon lange abgewandt.

Pierre entscheidet sich, seine Frau zu ermorden, damit er und seine Geliebte ein ungestörtes Liebesnest haben können. Als Paul dahinterkommt, dass seine Frau fremd geht, willigt er in diesen Zustand ein und redet mit Lucienne und Pierre offen darüber.

Die beiden Ehebrecher fühlen sich ertappt und ermorden aus Scham den im Grunde sehr großzügigen Paul....

Wie diese Geschichte weitergeht, will ich nicht verraten. Interessant finde ich, dass Lucienne und Pierre, die beiden Angehörigen der Kleinstadtoberschicht, keinen anderen Ausweg für ihre Liebe sehen, als die Ermordung ihrer Ehepartner. Furcht vor Neuanfängen führt nicht selten in ausweglos erscheinende Situationen. Wie weit diese gehen können, zeigt die Filmhandlung sehr gut.

Die DVD-Hülle kann man u.a. Informationen u.a. zu Chabrol entnehmen, auch zwei Kurzkritiken, ein Einzeiler der "Zeit" und einen anderer Einzeiler aus dem "Lexikon des internationalen Films" sind nachlesbar. Dort wird kurz erwähnt, dass der Streifen scharfe Kritik an den gaullistischen Rechtstendenzen nimmt. Aus heutiger Sicht finde ich diese Beschreibung reichlich übertrieben. Der politische Hintergrund bleibt eher Beiwerk, der Fokus liegt eindeutig auf den Abgründen zweier Liebender. Der Philosoph Friedrich Nietzsche sagte einst: "Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse." Das mag sein. Dennoch exkulpiert es Täter, die aus Liebe Straftaten begehen, nicht und zwar zu Recht.

Sehr gute schauspielerische Leistungen, intelligente, spannende Dialoge. Die Bild und Tonqualität sind bestens.


Empfehlenswert.
Das besprochene Produkt ist überall im Handel erhältlich.




Claude Chabrol »Vor Einbruch der Nacht«

Dieser pychologisch subtil gestaltete Film des Regisseurs Claude Chabrol stammt aus dem Jahre 1971.

Sprachen/ Ton : DE/FR- Dolby Digital 2.0
Untertitel: DE
Laufzeit: 106 Minuten
Bild: 16:9
Region: Pal/2

Wie sooft befasst sich Chabrol auch in diesem Film mit den widersprüchlichen Moralvorstellungen des gehobenen Bürgertums in Frankreich.
Der Film beginnt mit einer Szene, in der eine nackte, sich auf dem Bett räkelnde Schöne einen ziemlich spießig aussehenden Mann in den mittleren Jahren auffordert mit ihr sado-masochistische Sexspiele zu betreiben. Bei den beiden Personen handelt es sich um den Pariser Publicity-Manager Charles Masson (Michel Bouquet) und um Laura, die Frau seines besten Freundes Francois (Francois Périer).

Laura fordert Charles auf, sie zu erdrosseln. Sie bittet ihn immer wieder, verführt ihn zur Tat. Schon in dieser kleinen Sequenz wird klar, dass Charles ein schwacher Mann ist, der sich dem Willen der vermeintlichen Masochistin unterwirft und ihr tatsächlich auch die Kehle zudrückt.
Vom Augenblick der Tat an plagt ihn das Gewissen. Er spricht mit seinem Freund und seiner Frau und gesteht die Tat. Er möchte seine Schuld sühnen, doch seine bodenständige Frau (Stéphane Audran) und sein Freund raten ihm davon ab. Sie erinnern ihn an seine Verantwortung für Frau und Kinder. Er soll sie durch einen Skandal nicht ins Unglück ziehen.

Als Charles sich dennoch entschließt zur Polizei zu gehen, weil er zu schwach ist, seine Schuld zu tragen und von ihr durch staatliche Strafmaßnahmen erlöst werden möchte, entschließt sich seine Frau dem Spuk ein Ende zu setzen.....

Ein großartiger Film, der die Schwäche eines Mannes aufzeigt, der sich seiner Mutter, seiner Frau und seiner Geliebten bedingungslos unterworfen hat und im Grunde der eigentliche Masochist ist.

Die Hülle der DVD enthält u.a. eine Kurzbiographie von Claude Chabrol und zwei Kurzkritiken zum Film. TV Spielfilm schreibt "Einer der besten von Chabrols Krimis" und das Lexikon des internationalen Films meint "Ein gelegentlich etwas konstruierter, aber mit psychologischer Finesse inszenierter Film, der eindrucksvoll zerstörerische Aspekte einer nur halb vollzogenen Emanzipation von von bürgerlich-christlichen Moralvorstellungen behandelt."

Die Ton- und Bildqualität sind bestens, die schauspielerische Leistung der Hauptakteure ebenfalls.

Claude Chabrol »Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen«

Der vorliegende Film stammt aus dem Jahr 1974. Es handelt sich um ein Werk des Regisseurs Claude Chabrol.

Sprachen/Ton: DE/FR, Dolby Digital 2.0
Untertitel: DE
Laufzeit:121 Minuten
Bild: 16:9
Region: PAL/2

Die Filmhandlung beginnt mit einer Szene, in der sich schöne Julie (Romy Schneider) nackt im Garten des Anwesens ihres wesentlich älteren, wohlhabenden Gatten Louis (Rod Steiger) sonnt. Das Anwesen befindet sich in St. Tropez. In diesem Moment nimmt die Affaire zwischen Julie und dem jungen, mittellosen Nichtstuer Jeff Marle (Paolo Giusti) seinen Anfang.

Schon in der zweiten Szene wird klar, dass Louis Alkoholiker und wenig später, dass er impotent ist. Louis liebt seine Frau abgöttisch. Sie ist von seiner Trinksucht, wohl aber nicht von seinem Geld angewidert. Julie verläßt Louis nicht, weil sie finanziell von ihm abhängig ist und plant mit Jeff ihren Gatten zu ermorden.

Die Dinge entwickeln sich anders als erwartet....

Der Film besticht durch sein subtil psychologisch angelegtes Drehbuch, seine intelligenten Dialoge, die hervorragenden schauspielerischen Leistungen, vor allem von Romy Schneider und Rod Steiger, aber auch von Henri Attal, der einen Polizeibeamten mimt und von dem Richter Hans Christian Blech. Natürlich werden Klischees bedient. Das sehe ich jedoch nicht als Kritikpunkt.

Die Bilder von Saint Tropez und der Landschaft in der Gegend des alten Fischerdorfes haben mich beeindruckt. Wie idyllisch dort alles noch war zu Beginn der 70er Jahre!

Der DVD -Hülle sind bemerkenswerte Infos zum Regisseur und zur Vita Romy Schneiders sowie zwei Kurzkritiken zu entnehmen. Das Erste interpretiert Julie als eine Frau, die zwischen zwei mehr oder minder unsympathischen Männern völlig isoliert ist. So sehe ich das nicht. Julie ist in erster Linie vorteilsdenkend. Das sie nach meiner Meinung bis zum Schluss. Sie gehört dem Typ Frauen an, die sich stets dort hin orientieren, wo sie am meisten zu erwarten haben, materiell oder emotional, also zu den Vampiren, die nicht nur unbedarfte Männer aufs Glatteis führen. Mitunter finden die Damen ihren Meister. Jeff ist das Pendat zu Julie.

Ein toller Film.