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Rezension:Der unsichtbare Dritte - SZ-Cinemathek (DVD)

"Der unsichtbare Dritte" ist ein Werk Alfred Hitchcocks, ein Gemisch aus Thriller und Komödie mit exzellent espritvollen Dialogen und viel Tempo.

Cary Grant (sein Synchronsprecher lässt zu wünschen übrig; die Stimme könnte sonorer sein, das ist aber für die Beurteilung des Films letztlich ohne Bedeutung) spielt den Werbefachmann Roger O. Thornhill, der ohne sein Zutun in die Fänge eines Spionagerings gerät. Man hält ihn irrtümlich für einen anderen und verfolgt ihn daraufhin mit aller Verbissenheit. Hitchcock lässt seinen Protagonisten in immer ausweglosere Situationen geraten. Dabei stellt die Flucht über das Präsidenten-Denkmal am Mont Rushmore den Höhepunkt des spannungsgeladenen Streifens dar.....

Grants Gegenspieler wird von James Mason gemimt. Die weibliche Hauptrolle spielt Eva Marie Saint, die optisch mit Grace Kelly Ähnlichkeiten aufweist, aber letztlich nicht an deren Format heranreicht. Es sind die leicht verbissenen Züge um die Mundpartie, die der Kühle die edle Ausstrahlung nehmen. Für die Filmrolle ist Eva Marie Saint allerdings die Idealbesetzung.

Sowohl den Aktion- als auch den Liebesszenen werden durch die betont ironischen Spracheinlagen und Grants unnachahmlicher Mimik jeglicher Ernst genommen, ohne dadurch der Lächerlichkeit anheim zu fallen. Dadurch ist es dem Zuschauer möglich, die einzelnen Szenen distanziert zu genießen. Der Szenenaufbau ist bewundernswert subtil konstruiert.

In diesem Streifen werden bewusst keine künstlichen Emotionen beim Betrachter hervorgerufen.

Der Zuschauer bekommt von Hitchcock die Rolle des Beobachters zugewiesen. Der Regisseur gestattet dem Zuschauer nicht, sich mit den Darstellern zu identifizieren.
Jeder hat seinen Platz. Das Zusammenspiel zwischen Regie, Drehbuch und schauspielerischem Können könnte nicht besser sein.

Die Bild- und Tonqualität sind zufrieden stellend.


Alfred Hitchcock »Über den Dächern von Nizza«

Die Handlung dieses 1955 gedrehten Films braucht man nur kurz anreißen, denn der Hitchcock-Streifen ist ein wirklicher Klassiker der Filmgeschichte. Fast jeder kennt ihn. Der ehemalige Juwelendieb John Robie (Gary Grant) wird an der Cote d` Azur von seiner Vergangenheit eingeholt. Er war einst Juwelendieb und setzt nun seine Kenntnisse dafür ein, die Täter, die seinen Stil kopieren, dingfest zu machen. Robie verliebt sich in die bildschöne Tochter (Grace Kelly) einer steinreichen Amerikanerin. Daraus ergeben sich allerlei Turbulenzen...

Der Film lebt neben der spannenden Filmhandlung von den beeindruckenden Aufnahmen der Cote`d Azur, den Bildern von der Stadt Nizza und deren Hafen, von der Ufer-Promenade von Cannes, dem Luxushotel Charlton, der alten Villa Rothschild und vielem anderen mehr, das sich seit dem Dreh kaum verändert hat, wie ich während meiner zahlreichen Aufenthalte an der Cote feststellen konnte. Grace Kelly lernte unmittelbar nach den Dreharbeiten zum Film ihren zukünftigen Mann kennen und residierte seitdem in Monte Carlo. Die junge Schauspielerin hatte schöne, ebenmäßige, klare Gesichtszüge, eine kühle erotische Ausstrahlung, aber wenig Sexappeal. Sie war keine Bardot.
Sexappeal war für den Film aber nicht notwendig. An der Seite des Charmeurs Gary Grant machte Kelly eine gute Figur und spielt ihre Rolle überzeugend. Die beiden Schauspieler harmonieren, trotz des immensen Altersunterschiedes sehr gut miteinander, was wohl damit zusammenhängt, dass beide eine natürliche Eleganz und eine unaufdringliche, edle Aura besitzen. Diese harmoniert fantastisch mit dem Ambiente Nizzas und Cannes, während die sexuelle - sinnliche Ausstrahlung einer Bardot eher zu dem Lebensgefühl des alten Fischerortes St. Tropez passte. Hitchcock hat das sehr genau gesehen und danach gehandelt. Das war klug von ihm .


Ein schöner Film, den ich mir sicher noch viele Male ansehen werde. Die Bilder sind einzigartig.

Empfehlenswert!