Rezension Peter J. König: Der hässliche Zwilling: Ein Münsterland-Krimi (Broschiert)

Mit ihrem zweiten Kriminalroman "Der hässliche Zwilling" hat die Autorin Tuna von Blumenstein ein weiteres spannendes Buch aus dem Genre "Krimi aus der Region" vorgelegt.

Wie man allerorten feststellen kann, erfreuen sich diese Kriminalgeschichten mit regional-festem Bezug immer größerer Beliebtheit hierzulande. Nicht nur die Auflagenzahlen zeigen, dass den neugierigen Leser heute mehr interessiert als nur perfide Mordgeschichten, irgendwo angesiedelt zwischen Venedig, London oder New York. Es ist die räumliche Nähe, die vermeintliche Idylle des regionalen Umfeldes, die die Fantasie des Krimilesers reizt.

Hier kennt er sich aus und hier erlebt er die Normalität. Doch hier geschehen plötzlich abgrundtief böse Dinge, die man so hier nie erwartet hätte, hier doch nicht.

Die beiden Zwillingsschwestern Vera und Gerda leben zusammen mit Gerdas Ehemann zurückgezogen in der ländlichen Beschaulichkeit des westlichen Münsterlandes. Jedoch der Reiz der friedlichen Landschaft hat seinen Charme verloren, als Gerdas Tochter Simone nach einem mysteriösen Ereignis ins Koma gefallen ist und sie lebenslang auf fremde Betreuung angewiesen sein wird. An diesem schweren Schicksal droht Gerda zu zerbrechen.

Nur die Fürsorglichkeit ihrer Zwillingsschwester gibt ihr noch den notwendigen Halt, derweil ihr Mann wie eh und je seinen geschäftlichen Aktivitäten verfallen ist.

Nach außen eine fürsorgliche Familie, so tun sich doch hinter der gehobenen bürgerlichen Fassade tiefe Risse auf, zumal das Anwesen, das dieses emotional so unterschiedliche Trio ihr Zuhause nennt, aus dem ländlichen Familienbesitz der Zwillingsschwestern stammt.

Die weite Landschaft des Münsterlandes ist von ergiebigen Schneefällen bedeckt, als in Sichtweite des Hofes an der nahen Landstraße ein Auto mit einer Panne liegengeblieben ist. Durchaus normal bei diesen Witterungsbedingungen und Straßenverhältnissen, aber von diesem Ereignis an ist nichts mehr normal....

Tuna von Blumenstein versteht es gekonnt, Land und Leute mit den Geschehnissen zu verbinden. Ihre Charaktere sind ausgeprägt, jedoch nicht so abgehoben, als dass man als Leser nicht sehr schnell Parallelen im eigenen Umfeld zu erkennen vermag. Die erzählte Emotionalität ist nicht aufgesetzt, man kann sich durchaus eine Begegnung mit den Protagonisten vorstellen, ob sie allerdings wünschenswert ist, liegt im Auge des Betrachters.

Die Autorin spricht eine moderne Sprache, die jedoch von dem Liebhaber eines guten Krimis jeden Alters gerne gelesen wird. Auch besitzt sie die Fähigkeit sehr realitätsnah menschliche Abgründe in geheimnisvolle Verwicklungen einzubauen, bekanntlich der Stoff, aus dem die Spannung kommt.

Alles in allem ein Krimi auf anspruchsvollem Niveau, der dazu beiträgt, dass eine neue Leserschaft dem Verbrechen im Münsterland auf der Spur bleiben wird, denn Tuna von Blumenstein wird auch weiterhin dafür sorgen zu erzählen, was sich hinter der reizvollen Fassade einer intakten Landschaft zu verbergen sucht.

Empfehlenswert.

Rezension: Ein Riesling zum Abschied

Schon wieder hat Paul Grote einen Kriminalroman veröffentlicht, der wie Anhänger von ihm wissen, natürlich wieder etwas mit Wein und einer bestimmten Region zu tun hat.

Dieses Mal hat er sich eine der schönsten und die wohl bekannteste Gegend ausgesucht, die es in Deutschland für berühmte Lagen gibt. Wenn ich sage, dass diese Region von dem imposanten Schloss Johannisberg überstrahlt wird, dann weiß der Kenner sofort, um welche edle Anbaufläche für die renommierteste Traube hierzulande es sich handelt, nämlich den Riesling, der im Rheingau angebaut, vorzügliche Qualität hervorbringt, dank berühmter Weingüter, dank Winzer, die Weine auf Weltniveau produzieren.

All das hat der Autor in diesen Kriminalroman einfließen lassen. So bringt er uns dieses gottgesegnete Stück Land am Rhein zwischen Wicker über Hochheim nach Rüdesheim anschaulich näher.

Seine Protagonisten suchen einige der besten Winzer dieser Region auf. Dies gibt dem Roman eine besonders reizvolle Note. Ich weiß, wovon ich spreche.

Seit Jahrzehnten ist der Rheingau eines meiner favorisierten Ziele meiner Erkundigungen im Nahzielbereich. Ich kenne sie alle, die landschaftlich schönen Punkte und die berühmten Lagen, sowie auch die Weingüter, die da heißen Breuer, Lang, Künstler, Barth, Kögler, Kühn, Freiherr Langwerth von Simmern und viele andere, jedoch auch so sehenswerte Orte wie Schloss Eberbach, Schloss Vollrads, Schloss Rheinhardshausen , das Brentanohaus, in dem so berühmte Menschen wie Goethe oder von Arnim zu Besuch waren und nicht zu vergessen die pittoresken Gemeinden, stellvertretend nenne ich nur die Stadt Eltville.

Da es sich um einen Kriminalroman handelt und nicht um einen Weinführer, müssen wir jetzt über die Geschehnisse reden, die Auslöser zu diesem Buch sind.

Thomas Achenbach hat sein BWL- Studium in Köln an den Nagel gehangen, ebenso wie sein Vater, der seinen Beruf als Einkäufer in einem Weinhandel aufgegeben hat, um gemeinsam in der Nähe von Bad Dürkheim ein eigenes Weingut aufzubauen. Sein fundiertes Weinwissen will der Sohn in Geißenheim im Rheingau, an der wohl besten Fachhochschule für Weinbau weltweit sich aneignen.

Gemeinsam mit einem weiteren Kommilitonen und einer Kommilitonin hat er eine WG gegründet, als die Freundin des Kommilitonen tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird.

Die Polizei hat keine Skrupel den Freund und Mitbewohner zu verhaften, ein mangelndes Alibi für den Zeitraum des Todes der Studentin reicht für die Beamten aus. Dies bringt Thomas Achenbach derart in Rage, dass er alle Hebel in Bewegung setzt, um seinen für ihn unschuldigen Freund aus dieser bedrohlichen Lebenslage zu befreien. Ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen für einen jungen Mann gegen die Obrigkeit, sei es jetzt von Staatsseite oder gegen kriminelle Machenschaften skrupelloser Profiteure anzurennen…

Empfehlenswert.

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Rezension: Der Wein des KGB: Kriminalroman (Taschenbuch)

Martin Bongers, der ehemalige Weinhändler aus Frankfurt lebt mittlerweile als Winzer in Bordeaux. Um neue Weinberge zu erstehen, die bekanntlich im Bordelaise astronomisch teuer sind und er an chronischer Unterfinanzierung leidet, entscheidet er sich gegen hohes Entgelt für eine französische Investmentgesellschaft nach Rumänien zu fahren, um dort nach interessanten Weingütern Ausschau zu halten. Er schlüpft in der Rolle eines Weinconsults, eine perfekte Tarnung, um sich auf den Weingütern dieses ehemaligen kommunistischen Staates umzusehen.

Rumänien, mittlerweile am Tropf der EU hängend, bietet interessante Möglichkeiten für Agrarentwickler hohe Subventionen abzuschöpfen.

Kaum in Bukarest angekommen muss Bongers feststellen, dass hier andere Geschäftsregeln als in den alten EU-Staaten herrschen. So hat er sich seinen Auftrag nicht vorgestellt. Korruption und Gewalt, Seilschaften und Abzockermentalität sind das tägliche Brot der Geschäftemacher. Sie beherrschen die wirtschaftliche Szene des Landes, natürlich spielen auch noch die alten Politkader eine dominierende Rolle. All dieses stürzt auf Bongers ein, auf ihn, der eigentlich nur Interesse an hervorragendem Terroir, gutem Klima und erfolgreicher Kellerwirtschaft im Sinn hat.

Sein Unterfangen erfolgreiche Weingüter zu entdecken, wird ihn in tödliche Gefahr bringen. Keine leichte Aufgabe für einen bodenständigen Weinfreak..

Erneut hat Paul Grote einen spannenden Weinkrimi geschrieben. Das Cuveé aus jahrhundertealtem Rebland und politischer Verkommenheit ist neu und damit interessant in zweierlei Hinsicht. Es beleuchtet die Strukturen des Wandels vom kommunistischen Staat zum EU-Mitglied und zeigt dem interessierten Leser, dass auf dem Gebiet von Rumänien schon zu den Zeiten der Römer gute Weine angebaut wurden. Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz.

Empfehlenswert.
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Rezension: Der Portwein-Erbe- Paul Grote

Folgendes muss man dem Kriminalautor Paul Grote wirklich bescheinigen, seine Krimis sind von der Thematik her hervorragend recherchiert und das Wissen ist perfekt in die spannende Handlung eingebaut. Im Buch der „Portwein-Erbe“ führt uns der Autor so wie der Titel es schon anzeigt, in die Region  wo  Portwein  gemacht wird, nämlich nach Portugal und  dort an die Hänge des Rio Douro.

Nicolas Hollmann, Sohn eines großen Frankfurter Bauunternehmers, er selbst hat seinem Vater bereits signalisiert, dass er nicht interessiert ist in das korrupte Baugeschäft einzusteigen, sondern er möchte als junger Architekt  neue Wege gehen, wird  von einem Berliner Anwalt zu einer Unterredung gebeten. Dieser eröffnet ihm, dass sein Onkel verstorben ist und er in dessen Testament als Erbe eingesetzt wurde. Dies ist für den jungen Architekten besonders erstaunlich, da er seinen Onkel, der selbst auf die Mitarbeit in dem Familienunternehmen verzichtet hat, kaum gekannt hat. Lediglich als junger Student hat er ihn einmal auf seinem Weingut am Douro besucht, als er  bei einer Portugalreise sich die bedeutendsten Baudenkmäler des Landes angeschaut hat.

Beim Besuch des besagten Anwaltes eröffnet dieser ihm, dass sein Onkel ihn zum  Haupterben des Weingutes eingesetzt hat. Weiterhin empfiehlt ihm der Anwalt,  Nicolas Hollmann möge sich  auf den Weg nach Porto, der Stadt, die an der Mündung des Duoro liegt, aufmachen, um bei einem Korrespondenzanwalt die genauen  Bedingungen der Erbübernahme erklärt zu bekommen.

Nach vielen Zweifeln und der immer wiederkehrenden Frage, wie sein Onkel das Weingut  mit der Maßgabe dieses doch weiterzuführen, obwohl er sich weder  beim Wein noch dessen Herstellung im Geringsten auskennt, ihn zu dieser Herausforderung ausgewählt hat, macht sich Hollmann auf den Weg ins ungewisse Abenteuer. Es soll das aufregendste und gefährlichste Unternehmen werden, das der junge Idealist  bisher erlebt hat…

Wer diesen Kriminalroman liest, weiß nicht nur wie diffizil die Herstellung eines exzellenten Portweines ist, weiß nicht nur welche gravierenden Unterschiede zwischen einem guten Port und Fusel  ist, weiß nicht nur um die Geschichte des Portweines, die maßgeblich auch mit den Engländern zu tun hat, sondern er weiß auch, wie  imposant und einprägend die herrliche Landschaft an diesem beeindruckenden Fluss im Norden Portugals ist. Natürlich ist das ganze Wissen kriminalromantechnisch  heißgekocht wie immer bei Paul Grote. Das Cuvee von kriminellen Handlungen und Wissenswertem  ist wie immer gelungen.

Empfehlenswert.

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Rezension: Der Champagner-Fonds: Kriminalroman (Taschenbuch)

Paul Grote, der 15 Jahre lang in Südamerika journalistisch tätig war und sich dabei auch mit Wein und seiner professionellen Herstellung beschäftigt hat, dokumentiert seine Liebe zu diesem Jahrtausende alten Kulturgut, indem er sein Wissen in die moderne Form des Kriminalromans einfließen lässt.

Das vorliegende Buch führt uns in die Welt des vermeintlich exklusivsten Getränks, das aus Wein erzeugt werden kann, dem Champagner. Dabei gerät Philipp Achenbach, ein Mensch mit ausgeprägter Schnüffelnase,- beruflich durchstreift er die französischen Weinanbaugebiete immer auf der Suche nach exzellenten Weinen-, als Chefverkoster eines Kölner Weinimporteurs in die Fänge geldgieriger Finanzjongleure...

Um zu ergründen, ob die Beteiligung seines Chefs an einem von einem Londoner Investment-Banker gegründeten Champagner-Fonds, eine sichere Geschäftserweiterung ist, begibt sich Achenbach auf die Reise in die Champagne, ein Terrain auf dem er sich auskennt. Bei früheren Besuchen von Geschäftsfreunden, - Winzer, die individuelle, hochwertige Champagner kreieren -, hat er sich intensiv mit der Herstellung dieses Getränkes befasst.

Sein Besuch gilt in erster Linie jedoch dem "Cave", wo der Fonds den Champagner eingelagert hat, der mit den Einlagen der Fondsmitglieder, eingekauft wurde. Nach den Beteuerungen der Hochglanzbroschüren handelt es sich dabei ausschließlich um die edelsten Champagner, die die Champagne hervorgebracht hat.

Achenbach, von seinem Charakter her eher skeptisch, will sich Gewissheit verschaffen. Schon bei seinem ersten Besuch auf dem Chateau begegnet ihm Merkwürdiges. Er will der Sache auf den Grund gehen und erlebt dabei alles, wozu Menschen fähig sind, deren Intension allein auf die Gier ausgerichtet ist...

Paul Grote zeigt in seinem Kriminalroman, dass er nicht nur ein profunder Kenner des Wein- und Champagner- Metiers ist, sondern vielmehr benennt er auch alles Besuchenswerte, was die Champagne an exzellenten Restaurants sowie Hotels und an hervorragenden Weinlagen zu bieten hat.

Die Charakterisierung seiner handelnden Personen übermittelt dem Leser, dass der Autor seinen wachen Verstand dazu benutzt, um die Denkmuster dieser Akteure zu analysieren. Dabei fehlt es nicht an der nötigen Spannung, die ein gut konzipierter Kriminalroman erzeugen muss. Kriminelle Handlung und Wissenswertes um den Champagner bilden die gelungene Mischung, die den Leser in seinen Bann zieht.

Empfehlenswert nicht nur für Champagnerliebhaber.

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Rezension: Allmen und der rosa Diamant- Martin Suter

Weil Martin Suters neuer Roman sehr kurzweilig und spannend aufgebaut ist und sich sehr süffig liest, habe ich ihn gestern bis in die späte Nacht hinein in einem Zug verschlungen.

Für mich stellt sich die Frage nicht, ob Suter mit seinem neuen Roman einen Krimi geschrieben hat, weil ich nicht zwingend alles verschubladen muss und es nach meiner Ansicht bei einem Protagonisten wie Friedrich von Allmen auch nicht angebracht ist, ihn irgendwo "reinzupacken". Von Allmen ist eine literarische Figur mit vielen Facetten. In erster Linie ist er ein feingeistiger Lebemann, der ständig in Geldnöten ist und sich immer überlegen muss, wie er sein aufwendiges Leben ohne sich groß abzumühen, finanziert. Seinen Butler Carlos hat er, wie bereits im ersten Buch, noch immer an seiner Seite. Mit ihm gemeinsam betreibt er eine international positionierte Firma "Allmen International Inquiries", die sich mit der Beschaffung verschwundener Wertgegenstände befasst. Sein Slogan im Internet lautet: "The Art of Tracing Art". Wer allerdings von Allmen als Detektiv bezeichnet, springt zu kurz.

Von Allmen erhält den Auftrag einen 45 Millionen schweren rosa Diamanten aufzuspüren, der von der Hand einer Milliardärin gestohlen worden ist. Er und sein Buttler entscheiden sich den Auftrag anzunehmen, wohl wissend, dass sie sich in eine Welt begeben, in der andere Größenordnungen herrschen. "Leute, die fünfundvierzig Millionen für einen Fingerring ausgeben wollen und können, sind zu allem fähig. Und Leute, die Fingerringe für fünfundvierzig Millionen klauen wollen und können, erst recht, "(vgl. S.19).

Ich möchte an dieser Stelle die Handlung nicht nacherzählen, in der ein russischer IT-Spezialist eine nicht unwichtige Rolle spielt und in Heiligendamm im dortigen Nobelhotel ein Mord geschieht. Suter beschreibt das Umfeld, in dem sich von Allmen bewegt ganz hervorragend. Es macht Freunde mit von Allmen gedanklich auf Reisen zu gehen, weil er zu genießen versteht, gerne delikat speist, feine Weine zu schätzen und sich in dem Ambiente, das er bevorzugt, auch wirklich zu bewegen weiß. Der russische IT-Spezialist hat hier noch Nachholbedarf, den er leider letztlich nicht sättigen kann. Das Schicksal meint es nicht gut mit ihm....

Männer wie von Allmen finden stets einen Weg erneut zu Geld zu kommen, weil sie ihren Wert kennen und einzusetzen wissen, wenn auch nicht immer auf ganz legale Art. Ich finde nicht, dass Suter von seinen Lesern zu viel erwartet als er sie plötzlich nach anfänglicher Kurzweil in Heiligendamm mit jähem Ende plötzlich mit Hochfrequenzhandel konfrontiert. Man muss wissen, wo die Voraussetzungen geschaffen werden, um sich rosa Diamanten im Wert von 45 Millionen kaufen zu können, wo die Welt angesiedelt ist, in der die Fäden der Macht zusammenlaufen...doch man muss auch andere Dinge wissen, so beispielsweise wie man einen farbschöne "Guacamole" zubereitet. Wie das funktioniert erfährt man auf Seite 212.

Kurzum, ein Lebemann muss in allen Sätteln reiten können. Friedrich von Allmen kann es.... und wenn er mitunter nicht ganz sattelfest ist, ist ihm sein Buttler Carlos eine hilfreiche Stütze. Was kann da noch schief gehen? Eigentlich doch nichts.:-))

Empfehlenswert.

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Rezension:Auf Treu und Glauben: Commissario Brunettis neunzehnter Fall (Gebundene Ausgabe)

 In Donna Leons neunzehntem Fall "Auf Treu und Glauben" skizziert die beliebte Kriminalautorin ihren Schauplatz, das spektakuläre Venedig zu einem Zeitpunkt, zu dem die Stadt überfüllt ist von tausend und abertausend Touristen, die Venezianer jedoch schon lange geflüchtet sind. Es ist die Zeit des Hochsommers, der Hitze und der Ferien.

Auch Commissario Brunetti freut sich schon auf einen erholsamen Urlaub mit seinen Lieben. Ziel sind die kühlen Berge von Südtirol. Bevor er sich jedoch von seinen Mitarbeitern verabschiedet, fällt ihm auf, dass sein treuer Vianello, sein stets hilfreicher Mitarbeiter, von einem großen Problem geplagt wird. Nach intensivem Insistieren vertraut Vianello ihm an, dass dessen Tante im Begriff ist das hart erarbeitete Vermögen zu verschleudern.

Der Commissario und seine Familie sitzen im Zug nach Bozen als ein Anruf von seiner Kollegin aus Venedig ihn auf dem Telefonino erreicht. Ein Toter wurde am frühen Morgen im Hof eines Palazzo gefunden. Da die diensthabende Polizistin sich die Aufklärung dieses Verbrechens nicht alleine zutraut, entscheidet sich Brunetti sofort nach Venedig zurückzukehren und seine Familie für einige Tage an den Urlaubsort vorauszuschicken.

Bei der Aufklärung des Verbrechens führt uns die Autorin einmal wieder die speziellen Verhältnisse vor, die in Venedig herrschen. Anschaulich beschreibt sie gesellschaftliche Milieustudien, Abhängigkeiten in Ämtern und Behörden und menschliche Abgründe.

Wie immer schafft es Brunetti die Hintergründe der Geschehnisse aufzuklären und wie immer bleibt bei ihm jedoch eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Erst als er nach einigen Tagen seiner Familie ins Feriendomizil nachfolgen kann, um mit seiner geliebten Frau die Geschehnisse noch einmal Revue passieren zu lassen, kehrt auch bei ihm die innere Ruhe ein, die er sich so von seinen Ferien versprochen hat.

Eine ideale Lektüre für heiße Tage.

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Rezension: Schwarze Diamanten - Martin Walker


Im dritten Roman von Martin Walker "Schwarze Diamanten" wird Bruno Courréges, Chef de Police mit vielfältigen kriminellen Machenschaften konfrontiert. All diese drehen sich um das schwarze Gold des Perigord. Dies sind die berühmten Trüffeln, welche die gesegnete Erde dieses südfranzösischen Departements adeln.

Bruno wird von seinem Freund, der als der größte Trüffelexperte der Region gilt, gebeten, Recherchen aufzunehmen, da immer häufiger Klagen von Pariser Trüffelaufkäufern vorgetragen werden, dass sich in den Warenpaketen aus dem Perigord chinesische Billigtrüffel befinden.

Kaum hat sich Bruno mit den Gepflogenheiten auf dem Trüffelmarkt beschäftigt, wird sein Freund bei der Jagd auf grausige Art und Weise ermordet. Schnell wird Brunot klar, dass dies nicht alleine auf Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von den Trüffeln zurückzuführen ist.

Im Hause seines Freundes muss er feststellen, dass dieser ein Vorleben geführt hat, dass alles andere als beschaulich war. Sein Leben stand in Verbindung mit dem französischen Indochina-Krieg und dem Aufstand in Algerien.

Als auf den Märkten der Region immer wieder vietnamesische Händler von chinesischen Banden angegriffen werden, begreift der Chef de Police, dass alle diese Verbrechen in einem Zusammenhang stehen müssen und dass alle Vorgänge eine Dimension erreicht haben, für deren Aufklärung er alleine nicht in der Lage ist...

Der Autor zeigt im vorliegenden Roman wie sehr die französische Kolonialzeit noch bis heute in die aktuellen Geschehnisse ins französische Mutterland hineinreichen. Die wunderbaren Menschen und Landschaften des Perigord, die man in diesem Roman kennenlernt, lässt verstehen, weshalb es so viele Nichtfranzosen dorthin verschlägt, um das "Savoir vivre" zu genießen.

Mittelpunkt von allem ist die schwarze Trüffel, die die wunderbaren Mahlzeiten der regionalen Küche vervollkommnen.

Erneut hat Martin Walker einen spannenden Krimi vorgelegt, den ich gerne empfehle.

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Rezension: Martin Suter: Allmen und die Libellen

Hätte ich nach der Lektüre des Buches nicht doch noch die Rückseite des Buchumschlags gelesen, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, einen Krimi verschlungen zu haben. Ich nahm Suters "Allmen und die Libellen" nämlich zunächst als hinreissend geschriebenen Schelmenroman wahr und freue mich nun auf weitere Folgen dieses "Serienkrimis", bei dem zu hoffen bleibt, dass der Protagonist seine amüsanten Allüren beibehält und auf keinen Fall unter das in diesem Buch angezeigte Niveau rutscht.

Der in der Schweiz geborene Protagonist Hans Fritz Vonallmen hat sich in jungen Jahren bereits entschieden, seinem Namen den "bäuerischen Geruch" zu nehmen und ihn im Laufe der Zeit in "Johann Friedrich v. Allmen" zu veredeln.

John, wie er sich von seinen Freunden nennen lässt, ist Sohn eines zu Reichtum gekommenen Schweizer Bauern, der über viel Geschäftssinn verfügte, dem es jedoch an Bildung mangelte, die er alsdann wohlwollend seinem Spross zukommen lassen möchte. Dieser beginnt nach der Schulzeit sein kurzweiliges Leben als Langzeitstudent.

Allmen ist nicht faul, sondern vielseitig interessiert, spricht Schweizerdeutsch, akzentfrei Französisch, Italienisch, Englisch, Portugiesisch, kann sich in Russisch und Schwedisch unterhalten und vermag in lupenreinem Bühnendeutsch kurzweilig zu parlieren.

Während seiner Studienzeit reist er, finanziert von seinem Vater, durch die Welt, hält sich- einem Aristokraten angemessen - in den interessantesten Hauptstädten auf unserer Erde auf und übt sich auf besagte Weise in Weltgewandtheit. Um diese sich in allen Belangen des Lebens anzueignen, muss er natürlich investieren. Das Leben in der Upper-Class lässt besonders in Großstädten wie Paris und London keine finanzielle Kurzatmigkeit zu.

John verfügt über reichliche pekuniäre Mittel, besonders in den ersten Jahren nach dem Tode seines Vaters. Er besitzt eine Zeitlang eine Villa, lebt in exquisiten Nobelhotels, ist großzügig gegenüber allen, schätzt Kunst und Antiquitäten, für die er ein Vermögen ausgibt, hat aber keinen finanziellen Überblick und so schmilzt das Millionenerbe seines Vaters allmählich dahin. Dies hindert John nicht daran, seinen Lebensstil fortzusetzen und dabei sehr bauernschlau seine Schulden zu managen.

Gemeinsam mit seinem aus Guatemala stammenden Butler Carlos, der zwischenzeitlich Mädchen für alles geworden ist, findet Allmen einen Weg, der verspricht, sein "Dolce Vita" entspannt weiterführen zu können....

Wie es dazu kommt, erfährt man im Plot, den ich, um die Spannung nicht zu mindern, natürlich nicht erzählen werde.....

Die Liebe zur Kunst spielt eine Rolle in diesem Roman. Dabei gelingt es dem Autor aufzuzeigen, wie besessen kunstbeseelte Menschen beim Erwerb liebgewonnener Exponate vorgehen können, wenn sie von starkem Habendenken getrieben sind. Die "Gallé-Schalen" mit den Libellenmotiven, um die es im Handlungsablauf geht, wurden übrigens am 27.10.2004 bei einem Einbruch im Chateau Gingins tatsächlich aus einer Ausstellung gestohlen, kann man einer Anmerkung des Autors zum Ende des Buches entnehmen.

Suter lässt erkennen, dass er sich gut auskennt im Bereich delikater Speisen und teuerer Weine und dass er dem "Savoir Vivre" in seiner Buntheit alles anders als schmallippig, sondern vielmehr augenzwinkend gegenüber steht. Das zeigt nämlich der Schluss des Romans. Suter gönnt seinem Protagonisten eine Fortsetzung.

Der Plot selbst ist spannend aufgebaut. An keiner Stelle wirkt der Protagonist überzeichnet. Er spielt keine Rolle, sondern ist so, wie er vom Autor dargestellt wird, ist also ein Genussmensch, der den Augenblick voll auskostet und letztlich über genügend Selbstvertrauen verfügt, seiner Zukunft hoffnungsfroh entgegen zu blicken. Grund dazu hat er auf jeden Fall, den "Johann Friedrich v. Allmen" ist eine Kopfgeburt Martin Suters, der ihm gewiss auch zukünftig den Rahmen zubilligt, der ihm zwar nicht durch Geburt, aber qua Chuzpe zusteht.

Empfehlenswert.

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